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Expertenbeitrag: Barrierefreies Wohnen

Eine selbstständige und flexible Lebensführung – das ist auch im Alter ein wichtiges Thema. Der Großteil der Menschen hat den Wunsch, nach Ende der Berufstätigkeit bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Ein würdevolles Wohnen, ohne fremde Hilfe, wird durch barrierefreien Wohnraum möglich. Einhergehend mit dem demographischen Wandel, der sich durch die Tendenz zur alternden Gesellschaft auszeichnet, wächst auch der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum.

Projektentwickler und Bauträger stellt dieser Bedarf vor besondere Herausforderungen: Neubauprojekte müssen zunehmend barrierefrei gestaltet werden. Gleichzeitig bietet diese Entwicklung die Chance, mit der Arbeit als Projektentwickler älteren Generationen ein lebenswertes und passendes Umfeld zu ermöglichen. Auch für aktuell jüngere Generationen sind barrierefreie Wohnräume durchaus reizvoll.

Zu wenig barrierefreie Wohnungen

Den dringend notwendigen Handlungsbedarf hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bereits im Jahr 2011 in seiner Studie „Wohnen im Alter“ festgehalten.

Der Freistaat hat es sich in seinem Programm „Bayern barrierefrei 2032“ zur Aufgabe gemacht bis zum Jahr 2023 den gesamten öffentlichen Raum barrierefrei zu gestalten. Weiterführende Informationen zum Programm und den Zielsetzungen sind unter diesem Link zu finden.

Laut Wohnatlas des Kuratoriums Deutsche Altershilfe/Wüstenrot Stiftung belief sich der Bestand weitgehend barrierefreier Wohnungen in Deutschland im Jahr 2014 auf geschätzte 1,4 Millionen Einheiten. Der Bedarf hingegen lag damals bereits bei 2,5 Millionen Wohnungen.

Speziell in Bayern gab es 2014 einen barrierefreien  Wohnungsbestand von geschätzt 214 Tausend bei benötigten 362 Tausend  Wohneinheiten. Auch heute gilt es, nachzubessern und generationsübergreifend genügend wertvollen und lebenswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Wann ist eine Wohnung barrierefrei?

Barrierefreiheit ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Laut Bayerischem Behindertengleichstellungsgesetz sollen Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung beeinträchtigt sind, gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen und ihr Leben so weit wie möglich selbstbestimmt gestalten können. Im Bauordnungsrecht sind Vorschriften zum barrierefreien Bauen festgehalten. Die baurechtlichen Anforderungen sind hier nachzulesen.

Barrierefrei bedeutet nicht automatisch rollstuhlgerecht. Eine uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnung muss noch weitergehende Ansprüche erfüllen: So sind die Mindestbewegungsflächen und Türdurchgangsbreiten in einer barrierefreien Wohnung beispielsweise höher.

Angesichts des hohen Bedarfs an barrierefreien Wohnungen gilt es für Bauträger und Architekten, bei der Planung von neuem Wohnraum einige Grundsätze zu beachten. Die Flexibilität der Wohnungsgrößen und Raumnutzungen aber auch Anforderungen an einzelne Raumgrößen beziehungsweise deren Zuschnitte gehören unter anderem dazu. So sollte kein Raum kleiner als 10 Quadratmetern sein und die Mindestbreite nicht unter 2,50 Metern liegen.

Barrierefreier Wohnraum: ein Konzept über alle Generationen hinweg

Barrierefreier Wohnraum bietet für alle Generationen jede Menge Vorteile und Komfort. So sind beispielsweise stufenfrei gebaute Bäder nicht nur perspektivisch reizvoll, sondern können auch als Designelemente eingesetzt werden.

Die weiträumige Mindestfläche sorgt zudem für ein großzügiges Wohngefühl. Auch junge Familien mit kleinen Kindern profitieren von breiteren Türen. Diese erleichtern nicht nur Rollatoren oder Rollstühlen den Durchgang, sondern bieten auch genügend Platz Kinderwägen durchzufahren. Stufen- und schwellenlose Übergänge zwischen den einzelnen Wohneinheiten erleichtern Kleinkindern die selbstständige Bewegung ebenso wie Senioren, und rutschfeste Bodenbeläge verringern in jedem Fall die Unfallgefahr.